Mein Rasen und ich – Schwank in mehreren Akten

Rollrasen

Man könnte fast sagen, dass es sich hierbei um eine Neverending Story handelt. Aber ich fange mal ganz von vorne an: 2011 haben wir unser Haus gekauft und in kürzester Zeit komplett saniert. Da blieb keine Zeit für den Garten übrig und der war eigentlich auch wirklich wunderschön, da die vorherige Eigentümerin einen richtig grünen Daumen hatte. Auch ein Grund, warum ich mich in Haus und Garten verliebte. Der Rasen besaß Golfrasenqualität – bis ich die Pflege übernahm.

Ich hab den Rasen getötet!

Innerhalb eines Jahres habe ich es geschafft, den Rasen fast komplett zu töten. Man muss dazu sagen, dass mir einfach die Expertise fehlte. Ja, man soll ja auch offen über die eigenen Fehler sprechen und das tu ich jetzt hier… Ich hab gedüngt. Mit so’nem Rollwagen. Und bin damit stehen geblieben… Dass der Dünger weiter rausläuft, war mir nicht klar. End vom Lied: Ich hab mir mit dem Mist den halben Rasen verbrannt.

Garten
Hier sieht man den alten Garten mit dem riesigen Wall links und dem nicht wirklich schönen Rasen mittig. Hinten im Bild der frisch austreibende Kugelahorn. Das Foto ist vom Frühjahr 2012.

Außerdem gestaltete sich die Bewässerung sehr tricky, da manche Stellen einfach super trocken waren (z.B. unter dem großen Ahorn). Unser Grundstück bzw. der Garten endete in einem riesigen Wall zur Straße hin. Dieser war bepflanzt mit Sträuchern – naja, ehrlichgesagt war es Wildwuchs – und wurde eingegrenzt mit einer 4-5 Meter hohen Feuerdornwand (absoluter Horror sag ich Euch). Das war einfach nicht zu pflegen und nahm uns 70 Quadratmeter Grundstück weg.

Komplette Neustrukturierung

Der Rasen war nun sowieso schon hinüber, der Wall nahm uns Fläche, also was tun: weg damit. Ich werde den ganzen Gartenumbau nochmal gesondert in einem Artikel begleiten, für diesen Artikel ist das einfach zu viel… Die ganzen Arbeiten überspringe ich jetzt mal – auf den Fotos wird aber deutlich, was hier genau passiert ist.

Vorher/Nachher Garten
Hier ein Vorher/Nachher – das Foto oben ist von 2012, das unten von 2014 – so sah der Garten aus, nachdem der Wall entfernt wurde und der Rollrasen lag. Mir war’s dann auf einmal viel zu kahl, deshalb kam noch einiges an Beeten und Bepflanzung dazu.

Also kurz: Wall mit Monsterbüschen weg, Gabionen und Rollrasen hin. Und das war dann auch schon das Problem. Ich hatte dafür eine Gartenbaufirma beschäftig, die echt mega Arbeit geleistet hat, nur mit Rollrasen hatten sie es nicht so. Der Boden wurde geglättet, aber meiner Meinung nach null auf Rollrasen vorbereitet. Unser Boden ist eher lehmig. Da hätte man eine gute Schicht Sand einarbeiten müssen. Gedüngt wurde der Boden aus nicht.

Verlegen des Rasens

Der Rollrasen wurde also auf einen einmal gewalzten Untergrund verlegt. Was war die Folge? Wir hatten keinen Rasen sondern einen Acker! Wochen haben wir uns nicht getraut, den Rasen zu betreten und wenn dann nur über Bretter um die Rasensprenger zu positionieren. Als die Sperrfrist zu Ende war und wir unseren „Traumrasen“ begutachteten, sind wir fast über die Löcher gestolpert, bzw. an einigen Stellen regelrecht eingesackt.

Das wurde im Laufe eines Jahres nicht besser, es wurde noch wesentlich schlimmer. Was tun? Raus mit dem Rasen. Auch die Gartenbaufirma hat eingesehen, dass hier was dumm gelaufen ist. Also wurde der Rasen, der auch null angewachsen war, wieder rausgeholt, der Boden neu vorbereitet (wieder kein Sand…) und neu verlegt.

Der zweite Versuch war zwar besser (nicht perfekt), aber wirklich happy bin ich mit dem Rasen bis heute nicht. Er liegt zwar jetzt so semi-glatt, aber die Qualität ist nicht wirklicht der Bringer.

Rollrasen
So sah dann der neu verlegte Rollrasen aus – kein Vergleich zum ersten Versuch! Hier sieht man schon hinten meinen Ahorn… Zur gesamten Umgestaltungs-Story komme ich aber ein anderes Mal…

Immer weniger Rasen-Fläche

Tatsächlich habe ich auch immer mehr vom Rasen gekappt und die Fläche mit Beeten verkleinert. Unter dem Kugelahorn ist der Rasen mittlerweile komplett verschwunden. Warum? Weil ich eingesehen habe, dass da einfach kein Rasen wächst. Auch vorm Haus ist der Rasen nun weg. Ich bin nun der Meinung, dass man eine Rasenfläche nicht erzwingen kann und wenn er nicht wächst, warum soll man sich dann quälen. Es gibt ja Alternativen.

Garten
Hier sieht man schön, dass wir da wo das Trampolin steht, im letzten Herbst eine zweite im Sommer schattige Terrasse geschaffen haben. Rechts fehlt noch Rasen. Links im Bild wird deutlich, wie breit der Wall tatsächlich war – auf dem Rest steht jetzt das Gartenhaus. Momentan noch etwas kahl, aber mit fortschreitenden höheren Temperaturen ist die Ecke wieder ganz grün. Hinter dem Gartenhaus der Rest der Feuerdornwand.

Den Rest Rasen versuche ich nun so gut es geht zu pflegen. Momentan sieht er mal wieder schlimm aus. Vertikutieren ist nicht meins. Das macht mir zu viel kaputt… Ich gehe im Frühjahr lieber mit dem Rechen durch und entferne damit das Moos – davon gibt es leider schon wieder viel zu viel durch. Das ist zwar echt anstrengend, zerfetzt einem aber dafür auch nicht den kompletten Rasen. Nachsäen muss ich dieses Jahr aber garantiert einiges!

Die richtige Düngung

Drei Mal im Jahr sollte man eigentlich düngen. Ich schaffe meistens nur zweimal. Das ist aber wirklich auch immer sehr effektiv und das Grün sprießt wie verrückt. Dünger meiner Wahl ist mittlerweile – Achtung – der Aldi-Dünger! Der ist immer im Frühjahr und Herbst im Angebot und unschlagbar. Damit erziele ich wirklich die besten Ergebnisse.

Ein gut gedüngter Rasen wächst kräftig, da hat auch Unkraut keine Chance. Und jetzt ratet mal, wo mein Düngewagen gelandet ist! Genau, bei ebayKleinanzeigen! Ich dünge nun seit ein paar Jahren mit der Hand und es klappt super. Im Moment ist der Rasen teilweise ein bisschen moosig – es war letztes Jahr sehr feucht… Ich bin gespannt, ob ich das wieder in den Griff bekomme.

Total vermooster Rasen

Fazit

Zum einen das leidige Thema Rollrasen: Es gibt Firmen die auf das Verlegen von Rollrasen spezialisiert sind und nichts anderes tun. Würde ich noch einmal Rasen verlegen lassen, dann definitiv von einem Spezialisten. Ich seh das bei Freunden… Die haben einen Rasen zum Niederkien. Das ist ne ganz andere Qualität als bei uns!

Rasen nur noch da, wo er auch wächst! Im Schatten wächst auch Schattenrasen nicht richtig gut. Und neben bzw. unter einem großen Baum kommt man mit Wässern nicht nach.

Tipps zur Düngung

Düngen ist echt wichtig. Das hab ich in den letzten Jahren lernen müssen und ich halte mich jetzt auch dran. Tipp: Nicht vorm Urlaub düngen! Wir waren vor 2 Jahren länger weg und ich Heldin hab direkt davor gedüngt. Als wir heimkamen war der Rasen kaum zu mähen so hoch  und dick ist er geschossen.

Last but not least – ganz wichtig: Nach dem Düngen ausreichend wässern, damit der Rasen nicht verbrennt. Ich beobachte immer die Wettervorhersage und Dünge kurz vor starkem Regen. Das klappt echt ganz gut… Falls es doch nicht regnet, muss eben der Rasensprenger herhalten.

Wer doch unbedingt vertikutieren will, macht das 1-2 Wochen nach dem Düngen! Dann wächst der Rasen ordentlich nach, da genügend Nährstoffe im Boden sind.

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2 comments

  1. Hallo Sonja,
    da ich auf Insta neugierig geworden bin, habe ich jetzt mal deinen Blog besucht. Hast du es mal mit organischem Dünger versucht? Da er viel langsamer wirkt besteht nicht die Gefahr des Verbrennens (dafür bleibt aber der Aha-Effekt des plötzlichen Hochschießens aus). Außerdem wirkt er langfristig auch bodenverbessernd. Ich habe mir vorgenommen nur noch organisch zu düngen.
    Liebe Grüße
    Ute

    1. Hallo Ute!
      Unser Rasen ist gerade echt kritisch… ich hab mich letztes Jahr nicht richtig drum gekümmert. Organischen Dünger habe ich auch schon ausprobiert, der zeigte bei uns aber keine Wirkung. Wir haben einfach einen echt schlechten Rasen da liegen… Ich bin immer noch am Testen und ausprobieren und bisher mit dem Aldi-Dünger am besten gefahren, obwohl mir organischer Dünger natürlich wesentlich lieber wäre. Kannst Du da was empfehlen?
      Liebe Grüße,
      Sonja

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