10 Fakten über japanische Ahorne

Japanischer Ahorn

Für mich war es, seit ich 2008 im Herbst in Kyoto war, ein Traum einen japanischen Ahorn zu besitzen. Ich kannte mich damals überhaupt nicht damit aus und hatte wahrscheinlich einfach nur Glück, dass es mehr oder weniger direkt gut geklappt hat. Aus einem wurden viele und mit der Zeit habe ich mich auch etwas mehr mit dem Thema auseinandergesetzt. Daher jetzt hier 10 Fakten, die ihr über japanische Ahorne wissen solltet, bevor ihr euch einen in den Kübel oder Garten setzt.

1. Es gibt nicht nur „den einen“ japanischen Ahorn

Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten von japanischen Ahornen: Acer palmatum, Acer japonicum und Acer shirasawanum. Alle drei Arten sind jeweils nochmal in hunderte Sorten unterteilt. Insgesamt gibt es so über 1000 Ahornsorten, die sich immens in Farbe und Wuchs unterscheiden. Ich allein habe (bis jetzt) neun verschiedene in meinem kleinen Garten.

2. Pilzanfälligkeit

Viele haben Angst, dass ihr Ahorn von einem Welkepilz befallen wird. Das ist auch „das eine große Thema“, das man im Internet über japanische Ahorne findet. Ich selbst hatte einmal einen mit Welkepilz am Ahorn, aktuell geht es aber allen Bäumen gut. Der Welkepilz kommt gar nicht so oft vor und oft werden welke Äste, die z.B. durch Stress in heißen Sommern entstanden sind, dem Pilz zugeschrieben. Erst mal entspannt bleiben! Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, kann meinen Artikel „Pilz beim Ahorn“ dazu lesen. Der Welkepilz muss kein Todesurteil für deinen Baum sein!

3. Ahorne wachsen sehr langsam

Ich werde super oft gefragt, ob man den Ahorn zurückschneiden muss und ich zuck da meisten schon innerlich zusammen. Ahorne haben von Natur aus einen wunderschönen Wuchs. In Japan werden sie dafür gefeiert. Daher BITTE BITTE BITTE schneidet nicht an eurem Ahorn rum! Der wächst ganz von selbst und das ganz langsam. Für Ahorne braucht man Geduld und Zeit, aber keine Schere!

Japanischer Ahorn
Acer palmatum ‚Bloodgood‘

4. Ahorne sollten als Solitär gepflanzt werden

Damit der schöne Wuchs der Bäume gut zur Geltung kommt, sollten sie in Alleinstellung gepflanzt werden mit ausreichend Platz. Die meisten Ahorne werden breiter als sie hoch werden – es gibt nur wenige Sorten mit einem säulenartigen Wuchs. Typisch für den japanischen Ahorn ist die Schirmform der Krone.

5. Japanische Ahorne wachsen nur im Schatten

Stimmt so nicht, denn sie benötigen ein wenig Sonne, damit sie im Herbst ihre wunderschöne Herbstfärbung erlangen. Sie sollten aber geschützt stehen, nicht starken Winden ausgeliefert sein und der Boden sollte nie ganz austrocknen. Dabei achte ich bei meinen auf folgendes: je heller und zarter das Laub, desto schattiger der Standort. Am besten sind halbschattige Standorte.

6. Sind japanische Ahorne frostempfindlich?

Das kann man so pauschal nicht beantworten, da sie im Prinzip super mit Frost klarkommen. Was sie nicht mögen: Spätfröste! Ahorne treiben ihr Laub sehr früh aus. Wenn es dann nochmal unter -2 Grad geht, ist das Laub erst mal futsch. Sie treiben dann aber im Juni noch einmal komplett neu aus. Kleinere Jungpflanzen allerdings sollten in den ersten Jahren vor stärkeren Frösten geschützt werden.

Ahorn mit Frost

7. Nur rote Ahorne färben sich knallrot

… das dachte ich zumindest früher und daher steht der große ‚Bloodgood‘ in unserem Garten. Aber nein, die meisten grünen Ahorne haben teilweise eine noch wesentlich spektakulärere Herbstfärbung, da sie im Laufe des Jahres verschiedene Blattfarben zeigen. Im Herbst variieren die Farben dann von gelb über orange bis hin zu knallrot oder sogar pink. Aber wer im Herbst einen durchweg roten Feuerball im Garten haben möchte, liegt mit einem ‚Bloodgood‘ oder ‚Atropurpureum‘ schon goldrichtig.

8. Ahorne färben ihr Laub nicht nur im Herbst

Was viele unterschätzen ist der farbige Austrieb im Frühjahr! Viele Ahorne treiben im Frühjahr in den irrsten Farben aus. So kann ein grüner Ahorn wie der ‚Beni Maiko‘ im Frühjahr knallrot leuchten oder der ‚Phoenix‘ in rosa bis lachsfarben austreiben. Auch im Laufe des Jahres verändern viele – je nach Standort – ihre Farbe. Rote Ahorne werden zum Beispiel in schattigen Bereichen dunkelgrün und der ‚Orange Dream‘ variiert von gelb zu apfelgrün über dunkelgrün bis orangerot im Herbst.

9. Ahorne verlieren ihr Laub sehr spät

Um das Laub bunt zu färben, brauch der Ahorn Sonne und Frost. Erst dann erscheinen die kräftigsten Farben. Auch wirft er erst nach starkem Frost sein Laub ab. In milden Regionen wie bei uns hier im Weinbauklima kann das durchaus erst Ende November sein. Daher schätze ich meine Ahorne hier sehr. Man hat sehr lange was davon. Der Austrieb erfolgt übrigens im April und ist damit auch sehr früh.

10. Geht der Ahorn auch im Kübel?

Ahorne lassen sich tatsächlich auch sehr gut im Kübel kultivieren, allerdings sollte dieser groß genug sein, eine gute Drainage haben und regelmäßig gedüngt werden. Ich habe bisher keine guten Erfahrungen mit der Pflanzung im Kübel gemacht, da die Bäume dort einfach weniger gut und noch langsamer wachsen. Sie sind oft geschwächt und anfällig für Schädlinge. Daher wandern bei mir alle Ahorne früher oder später in den Garten. Aktuell hab ich einen ‚Viridis‘ in einer Zinkwanne und da scheint er sich noch wohl zu fühlen…

Acer palmatum ‚Viridis‘

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