Was muss ich beim Pflanzen von Bambus beachten?

Bambus

… diese Frage habe ich mir vor ein paar Jahren gestellt. Da ich eine Liebe zu Asien, vor allem Japan, hege, diverse Fächerahorne mein Eigen nenne, ging kein Weg an Bambus vorbei. Ich hab mir das alles ganz einfach vorgestellt: Bambus kaufen, Bambus pflanzen, fertig, Trugschluss. Vor dem Pflanzen hat Gott sein dank mein Hirn eingesetzt und ich begann mich in die Materie einzulesen.

Bambus ist nicht gleich Bambus

Es gibt viele verschiedene Bambus-Arten – von großblättrigen über kleinblättrige, riesig hohe mit dicken (bis zu 10 cm) Halmen über kleine bodendeckende Büsche. Gemeinsam ist den meisten Bambussorten, dass sie eine gute Winterhärte besitzen. Sie sind immergrün und oft durch bunte Halme oder panachiertes Laub sehr farbenprächtig. Grob lässt sich Bambus in zwei große Gruppen einteilen: Rhizombildende Bambusarten und horstbildende Bambusarten. Das hat aber nicht nur mit der Größe zu tun. Es gibt durchaus kleine Bambusarten, die kräftige Rhizome bilden. Und da sollte man wirklich vorsichtig sein. Was bedeutet das also genau?

Japanische Ecke mit Ahorn und Bambus

Phyllostachys – Rhizombildende Sorten

Die meisten kennen und fürchten wohl die rhizombildenden Sorten. Der Bambus bildet kräftige Ausläufer. Was das genau heißt, habe ich schon oft in anderen Gärten gesehen: Der Bambus wird gepflanzt, macht sich breit und auf einmal kommt 3 Meter weiter ein Trieb aus dem Boden. Dann 4 Meter weiter. Und wir sprechen hier bei den meisten Sorten nicht von einer dünnen Wurzel mit einem kleinen Austrieb. Hier handelt es sich um dicke Rhizome mit kräftigem Austrieb – so kräftig, dass er locker durch Mauern geht.

Daher muss Bambus dieser Art „eingesperrt“ werden mit einer Rhizomsperre*. Das ist entweder eine Folie oder eine ganze Wanne, in die der Bambus gespflanzt wird. Diese Wanne hält die Rhizome auf und der Bambus bleibt dort, wo er stehen soll. Dabei sollte man sehr sorgfältig sein und dem Bambus keine Möglichkeit geben „auszubrechen“. Es wird sogar empfohlen, die Folie an den Ecken nicht einfach nur zu überlappen, sondern fest mit Schienen zu verschließen. Mir hat das ehrlich gesagt, richtig Angst gemacht… Das klang alles nach sehr viel Arbeit.

Fargesia – Horstbildende Sorten

Die Fargesia bilden ihre Triebe im Umkreis von 5-10 Zentimetern und wachsen so in einem dichten Horst. Eine Wurzelsperre ist hier nicht nötig. Ein richtiger Anfänger-Bambus also. Die Fargesia Sorten sind oft etwas zierlicher und kleiner und sehr gut für kleiner Hecken geeignet. Bei einer maximalen Höhe von – je nach Sorte – 4 Metern, sind sie auch für kleinere Gärten geeignet. Durch die dichten Horste lassen sie sich wunderbar als Sichtschutz pflanzen.

Bei guter Düngung machen sich Fargesia-Arten auch im Kübel toll. Sie sind sehr schnittverträglich und wenn einem der Horst irgendwann doch zu fett wird, kann man ein Stück abstechen – aber auch hier braucht es einen guten Spaten und eine kräftige Gartenschere. Bambus ist hart!!!

Bambus im Winter
Bambus im Winter

Was sollte ich beim Kauf beachten?

  • Wie hoch soll mein Bambus werden beziehungsweise wie viel Platz habe ich dafür? Während die Phyllostachys-Arten teilweise riesig werden und nicht ohne Rhizomsperre auskommen, bleiben die Fargesia kompakt und „beherrschbar“, werden dafür aber auch nicht so hoch.
  • Wie hart ist mein Boden und wie tief kann ich graben um eine Rhizomsperre einzusetzen?
  • Komme ich mit abfallendem Laub klar? Bambus ist zwar immergrün, es gibt aber Sorten, vor allem die mit den größeren Blättern, die echt heftig abwerfen. Da kann einem der Spaß dann schon vergehen und man unterschätzt die Menge! Ich habe eine sehr kleinblättrige Sorte im Garten – Jiuzhaigou 1 – da fällt der Laubabwurf nicht so arg auf, aber trotzdem liegt da schon einiges im Beet.
  • Wie breit kann der Bambus werden und wie soll er belaubt sein? Die Fargesia Arten sind oft bis unten hin belaubt und sind so klasse als Sichtschutz!
  • Es gibt einfache grüne Bambusarten, aber auch welche, deren Halme sich von dunklem Schwarz bis zu knalligem Rot färben. Das sieht wirklich irre schön aus!


Die gefürchtete Bambusblüte

Klingt ein bisschen wie eine „Urban Myth“, aber es gibt sie wirklich. Bambus blüht alle 100-120 Jahre – wann, warum und durch was ausgelöst, weiß man bis heute nicht. Allerdings ist es in der Tat so, dass der Bambus – mit Ausnahme von 1-2 Sorten – nach der Blüte komplett abstirbt. Das ist natürlich ärgerlich. Manche Händler bürgen für eine lange Zeit ohne Blüte. Ich kapiere das Prinzip leider nicht so wirklich. Augen zu und durch 😉

Was ich Euch aber wirklich wärmstens empfehlen kann ist die Website der Bambusbörse. Ich habe Euch hier ja nur eine Kurzform an Wissenswertem niedergeschrieben, aber wenn ihr Euch so richtig in die Materie einlesen wollt – ich hab das mit sehr großem Interesse gemacht – dann nehmt Euch ne Tasse Tee, ein paar Kekse und ein bisschen Zeit für diese hervoragende Website mit – neben all den Infos – auch einem riesigen Angebot an wirklich fantastischen Bambus-Pflanzen. Ich habe meinen Bambus selbst dort gekauft und bin sehr glücklich damit.

*bei diesen Links handelt es sich um Affiliatelinks bzw. Partnerprogramme

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2 comments

  1. Ich will rund um meinen Garten Bambus pflanzen, anstatt einen Bambuszaun aufzustellen. Ich denke das würde auch noch ein bisschen Sichtschutz bieten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich es diesen Sommer noch schaffe. Besonders interessant, finde ich den Fargesia , den Sie beschreiben. So einen Bambus für Anfänger könnte ich gut gebrauchen.

    1. Der Fargesia ist wirklich völlig problemlos und auch gut per Schnitt in Form zu bringen. Meiner ist ca. 180-200 cm hoch – und super dicht! Beim Pflanzen gibt es gar nicht so viel zu beachten. Er sollte nur regelmäßig gedüngt werden. Ich wässere auch gar nicht so oft. Wenn die Blätter sich rollen sieht man, dass er Wasser braucht. Ich bin wirklich sehr happy mit meinem.

      Liebe Grüße,

      Sonja

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