Pool bauen leicht gemacht

Eigener Pool im Garten

Wer möchte nicht einen eigenen Pool im Garten? Wer wissen möchte, wie man einfach und schnell einen Stahlrahmenpool im Garten aufstellt, der ist hier genau richtig. Ich versuche Dir so knapp und genau wie möglich aufzulisten, was mach für einen solchen Pool benötigt und wie die Pooltechnik am einfachsten funktioniert.

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Letztes Jahr haben wir uns ganz spontan dazu entschieden, einen Pool im Garten für uns und die Kinder zu bauen. Einfach sollte es gehen und nicht für immer sein. Auf der Suche nach der perfekten Lösung war ich irgendwann so abgenervt, weil man nirgends klare Infos zum Thema bekam… Immer las ich „kann man, aber muss man nicht“ oder „so geht es, aber man kann es auch so machen“. Mir fehlten einfach klare Ansagen: So geht’s, fertig! Um Dir das ganze Gesuche zu ersparen, schreibe ich hier möglichst genau der Reihe nach auf, was es braucht, bis man ins kühle Nass hüpfen kann.

Eigener Pool im Garten

Wer keine Lust auf das ganze Drumherum hat, kann hier direkt zur Einkaufsliste mit allem, was es zum Start braucht, hüpfen! Außerdem ist hier auch eine Checkliste mit den wichtigsten Infos rund um die Poolchemie.

Der Pool

Wir haben nach einem Stahlramenpool mit unauffälliger Optik gesucht, der auch nicht so teuer sein sollte. Die Entscheidung fiel recht schnell auf den Bestway Steel Pro MAX™ Frame Pool, 366 x 100 cm. Und ob ihr es glaubt oder nicht, den Pool haben wir schon im Januar gekauft. Warum? Weil die Preise Richtung Frühling/Sommer zum einen explodieren und zum anderen ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr verfügbar ist. Wir haben uns Teilweise echt maximal geärgert, weil wir einen großen Teil des Zubehörs nicht direkt im Januar gekauft haben. Schon im April/Mai hatten wir Probleme, gescheite Kescher, PHminus und Co. zu bekommen…Aber nun zum Pool. Wir haben uns für den Bestway entschieden, weil:

  • Die Optik integriert sich gut in den Garten und die Größe war für unsere Verhältnisse exakt passend (nach einem Jahr Nutzung ist der Durchmesser immer noch super! Reicht vollkommen aus.)
  • Die Höhe ist mit 1 Meter ausreichend – 1,20 Meter, das Maß der meisten Pools, ist verdammt hoch und wir wollten nicht gegen eine Pool-Wand schauen.
  • Die Bewertungen waren ok – danach darf man aber echt nicht gehen, da diese Pools irgendwie alle nicht so dolle bewertet sind. Wir sind aber sehr zufrieden damit.
  • Im Set war schon alles drin, wobei wir direkt eine Sandfilterpumpe gekauft haben, da die Kartuschenfilterpumpe im Set nichts taugt. Darauf gehe ich aber im Technik-Setup nochmal genauer ein.
  • Wir haben uns für einen runden Pool entschieden, da man ihn außen sehr gut und einfach verkleiden kann.

Bodenvorbereitung für den Pool

Der Boden muss eben sein, wir mussten ein kleines Gefälle ausgleichen. Daher haben wir erst mal mit einem selbstgebastelten Zirkel (Stock als Mittelpunkt und 2 Meter lange Schnur) einen Kreis gezeichnet und dann mit dem Aushub begonnen. Wir haben zum Pooldurchmesser nochmal ca. 40 cm draufgerechnet (der Aushub hatte also ca. 4 Meter Durchmesser). Das hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Man hat am Ende einen Sickerrand um den Pool, den man mit Kies oder Sand auffüllen kann und so keine Matsche auf dem Rasen.

Um eine Ebene Fläche zu bekommen, haben wir mit Sand aufgefüllt und das ganze mit einer Richtlatte glattgezogen. Dazwischen immer wieder mit der Wasserwaage kontrolliert, ob wir im Lot sind. Auf den Fotos sieht man den Vorgang ganz gut.

Da die größte Abkühlung über den Boden passiert, haben wir XPS Dämmplatten verwendet. Die sind extrem druckfest und lassen über den Boden eben keine Abkühlung zu. Außerdem hat man so eine wunderbar ebene Fläche. Verklebt hab ich die Platten mit einfachem Gaffa Tape. Auf die Platten kommt dann noch ein Vlies, das die Poolfolie schützt.

Aufbau Pool

Jetzt könnt ihr schon direkt loslegen. Wir haben erst mal alle Teile bereitgelegt und der Aufbau an sich ging dann superschnell und das klappt sogar alleine völlig problemlos. Nerviger ist der Anschluss der Pool-Technik. Aus unserem „Lass und mal nen Pool aufstellen“ wurde irgendwie dann doch ein größeres Projekt und wir wollten dann auch, dass alles schick ist und sicher und mit Wasser und Elektrik ist das ja immer so ein heikles Thema, daher schaut es bei uns folgendermaßen aus:

Damit bist Du eigentlich perfekt ausgestattet. Wir haben uns aber auch noch einen Oberflächenskimmer gegönnt, der einiges an Dreck wegsaugt und durchaus Sinn macht.

Zur Abdeckung haben wir uns super viele Gedanken gemacht und sind aber letztendlich bei einer einfachen Luftpolsterfolie bzw. Solarfolie gelandet. Warum? Weil man die am schnellsten drauf und runter kriegt – vor allem braucht man dazu keine 2 Personen. Außerdem lässt sie sich super easy mit 3-4 Kordeln am Beckenrand befestigen und verschwindet so einfach und vor allem sauber hinter dem Pool. Ein weiterer Vorteil: Sie wirkt zum einen isolierend – der Pool kühlt nachts nicht aus und bei Sonneneinstrahlung heizt sie den Pool ruck zuck auf.

Wie befülle ich den Pool?

Man könnte ja meinen: WASSER MARSCH! Ne, leider nicht ganz. Die Poolfolie schmeißt sich ruck zuck in Falten und die nerven ohne Ende am Boden und man bekommt sie bei gefülltem Pool nicht mehr raus. Also geh am besten folgendermaßen vor: Erst mal ein kleines bisschen Wasser einfüllen… ca. 1 cm. Dann reinsteigen und mit den Füßen die Folie glatt streifen, bis möglichst keine Falten mehr drin sind. Am besten beim ersten Befüllen erst mal im Pool bleiben und immer schön glatt streichen, bis es nicht mehr geht.

Normalerweise wäre ich jetzt entspannt und würde sagen: Jetzt auffüllen. Aber… Bei uns war es tatsächlich so, dass wir ein Loch in der Poolfolie hatten. Eine Naht war nicht richtig verschweißt. Das passiert leider gar nicht so selten. Wir waren sehr froh, dass wir erst mal nur 10-15 cm Wasser drin hatten. Auf dem untergelegten Vlies war relativ schnell sichtbar, dass die Folie ein Loch hat. Ärgerlich, aber weil der Pool noch nicht voll war, auch nicht gar so schlimm… Wenn ihr sicher seid, dass die Folie dicht ist, könnt ihr befüllen.

Wie halten wir den Pool sauber?

Poolchemie

So, jetzt wird es ein bisschen kompliziert. Wir halten unseren Pool mit Chlor sauber. Damit Chlor überhaupt wirkt, muss das Poolwasser einen PH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 haben. Folgendes solltet ihr also unbedingt vor der ersten Inbetriebnahme parat haben und anwenden (Dosierungsanweisungen stehen auch hier auf dem Produkt selbst):

  • Einen Schütteltest oder ein Digitales Messgerät zum Messen des PH-Wertes und Chlorgehalts (wir haben beides, ich verwende den Schütteltest, mein Mann muss den Digitalen Schnickschnack haben…)
  • PH-Plus und PH-Minus zum Einpendeln des PH-Wertes

Ich löse das Granulat immer in lauwarmem Wasser auf – das geht am schnellsten. Wir haben für den Pool eine extra Gießkanne und einen Eimer, den wir nur für die Poolchemie verwenden.

Bevor man ins kühle Nass hüpfen kann, muss man erst Schockchloren, damit werden alle im Wasser enthaltenen Bakterien, Algen und Gott weiß was abgetötet. Dafür verwendet man am besten schnelllösliches Chlorgranulat. Die genaue Dosierung steht jeweils auf der Verpackung. Das variiert leider von Produkt zu Produkt. Auch das Chlorgranulat löse ich erst in er Gießkanne (weitestgehend) auf und verteile es dann im Pool. Pumpe an und laufen lassen. Das Chlor muss gut verteilt werden. Je nach Witterung dauert es ca. 2 Tage, bis das Chlor sich verflüchtigt. Schneller geht es bei warmen Temperaturen und direkter Sonne. Der Chlorgehalt sollte nun zwischen 0,3 und 1,0 mg/l liegen – auch dies misst man am einfachsten mit dem Schütteltest – Männer mit dem Digital-Teil 😉

Damit der Chlorgehalt so bleibt, muss stetig Chlor zugeführt werden. Das geht entweder über diese schwimmenden Chlordosierer oder über die von mir empfohlene Chlor-Dosierschleuse. Da kommen Chlortabletten rein und man muss je nach Nutzung alle paar Wochen eine nachwerfen.

Nun sollte täglich per Schütteltest PH-Wert und Chlorgehalt gecheckt werden und gegebenenfalls angepasst werden.

Mechanische Reinigung

Neben einer Oberflächenreinigung mit einem Kescher macht es Sinn, den Boden mit einem Poolsauger abzusaugen. Hier sammelt sich alles mögliche an Schmutz an. Da ich keine Lust habe, ständig mit den Schläuchen der Poolpumpe zu hantieren, habe ich folgendes Setup für die Reinigung und das funktioniert ganz fantastisch:

  • Poolsauger mit Anschluss an den Gartenschlauch von Steinbach – durch einen Unterdruck saugt er den Boden sauber. Tipp: Robusteren Stab dazu zulegen. Wenn sich am Boden in den Ecken Schmutz gesammelt hat, gehe ich erst mal mit einer Bürste durch die Ränder und sauge dann alles ab.
  • Manchmal sammelt sich am Boden feiner Blütenstaub. Das sieht seltsam aus und das Zeug ist so fein, dass es durch das Netz am Poolsauger druchgeht. Auch die Pumpe packt das nicht. Da nehme ich einen einfachen Gartenschlauch, fixiere ihn an einem Stock und halte ihn an die Stellen am Boden. dann ziehe ich am anderen Ende des Schlauchs, bis Wasser kommt. Durch den Unterdruck wird das Wasser abgesaugt und die feinen Schmutzpartikel. Nachteil: man lässt Wasser ab. Dafür eine einfache schnelle Lösung…
  • Für den Schmutz auf der Oberfläche verwende ich einfache Kescher
  • Den Poolrand am besten regelmäßig mit einer Bürste reinigen

Eine Umrandung für den Pool

Wie euch bestimmt aufgefallen ist, haben wir den Pool dann doch nicht so belassen wie er war. Ich wollte unbedingt etwas haben, wo ich mich draufsetzen konnte. Beine im Wasser baumeln lassen mit einem Glas Wein in der Hand – das war so meine Vorstellung. Also hab ich aus Holzresten und ein paar Terrassendielen eine Art Steg am Pool mit kleiner Treppe zusammengezimmert. Nicht schön, aber stabil genug, damit wir alle draufsitzen können. Das hat sich definitiv gelohnt, da ich da die meiste Zeit verbracht habe.

Verkleidet wurde der Pool dann auch noch – die Plastik-Optik hat mir dann doch nicht mehr so gut gut gefallen. Wir haben uns für einen super günstigen Holzrinden-Sichtschutz entschieden. Angebracht habe ich ihn mit einfachen Kabelbindern. Den Sichtschutz gibt es in allen möglichen Höhen – einfach ausmessen und entsprechend kaufen.

Einkaufsliste Pool – damit bist du save!

Wichtiges auf einen Blick

PH-Wert und Chlorwert Wasser
Der PH-Wert sollte zwischen 7,0 und 7,4 liegen (hier gibt es zig verschiedene Werte, mit diesen sind wir gut gefahren). PH Minus senkt den Wert, PH Plus hebt ihn.
Der Chlorgehalt sollte zwischen 0,3 und 1,0 mg/l liegen. Wobei wir bei starker Nutzung gerne mal ein bisschen mehr gechlort haben. Wenn da 4 Kinder rumspringen tut das schon mal gut.

Reinigung Sandfilteranlage
Die Sandfilteranlage – je nach Poolnutzung – alle paar Wochen gespült werden. Wann erkennt man an der Druchanzeige. Lässt der Pumpendruck nach, steht eine Spülung an. Der Sand wird quasi einmal gereinigt. Wenn ihr da nach der beiliegenden Anleitung vorgeht, kann nix schiefgehen!

Schockchlorung – Wann kann ich in den Pool?
Das ist von der Temperatur und Sonneneinstrahlung abhängig. Ihr solltet den Pool jedenfalls nicht abdecken und die Pumpe laufen lassen. Hier gibt es die unterschiedlichsten Angaben. Unserer Erfahung nach dauert es schon 2 Tage, bis man wieder rein kann.

Filterbälle oder Sand für die Anlage?
Wir hatten zuerst Filterbälle, die waren allerdings nach 4 Wochen grün… Ziemlich eklig! Daher haben wir gegen Sand ausgetauscht und spülen den regelmäßig. Bisher hatten wir damit keinerlei Probleme.

Was mache ich wenn …
… der Pool trüb ist. Werte prüfen, wenn die stimmen, eventuell die Pumpe länger laufen lassen und darauf achten, dass das Wasser gut umgewälzt wird.
... der Pool grün wird. Nicht gut! Mit einer Bürste alles gut abschrubben und erst mal mit einer Schockchlorung versuchen. Filteranlage sollte laufen! Algizid sollte die absolute letzte Instanz sein.
… der Rand grün wird. Hatten/haben wir auch. Zu einem gewissen Grad lässt sich das nicht vermeiden, aber bei einem gut eingestellen Poolwasser sollte das eigentlich nicht passieren. Am besten mit einer Bürste den Rand regelmäßig schrubben. Mit ein bisschen Chlor auf einem Schwamm geht es einfacher.
… zu viel Chlor im Wasser ist. Einfach abwarten, Chlor verflüchtigt sich mit der Zeit.

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