Im Schatten blüht nix – von wegen!

Schatten und Halbschatten Bepflanzung

Wie bepflanze ich schattige Standorte so, dass sie nicht langweilig wirken und noch dazu möglichst zu jeder Jahreszeit blühen? Klingt erst mal kompliziert, ist aber nicht unmöglich! Ich habe jahrelang rumexperimentiert und mittlerweile einen großen Erfahrungsschatz, den ich in diesem Artikel mit Euch teilen möchte.

Früher waren die Klassiker für den Schatten Efeu und Immergrün – genau das habe ich auch hier auf unserem Grundstück vorgefunden und plage mich heute noch mit den Resten davon rum. Einmal drin, kriegt man Efeu nur schwer wieder los. Da ich ein großer Freund von Stauden bin und es blühend mag und schön strukturiert, bekommt ihr hier von mir Empfehlungen, die weit entfernt von Efeu und Co. sind.

Schatten ist nicht gleich Schatten

Es gibt trockenen Schatten und es gibt feuchten Schatten, vollen Schatten und Halbschatten, Schatten mit Wurzeldruck, Schatten am Gehölzrand, Schatten mit saurem Boden, … oh Gott, ich weiß!!! Wenn ihr nicht gerade einen Bachlauf durch euren schattigen Garten habt, fällt der feuchte Schatten bei unseren Sommern mittlerweile schon fast weg. Ich tendiere in meinem Garten dazu, trockenheitstolerante Pflanzen zu setzen. Die sind meistens sehr unkompliziert und man muss im Sommer nicht ständig gießen, wenn es mal nicht so viel regnet. Mein Garten ist tatsächlich sehr schattig, da er rundherum aus Sichtschutzgründen dicht bepflanzt ist.

Was ist überhaupt Halbschatten und was voller Schatten?

Halbschatten ist der Bereich im Garten, der zumindest für einen Teil des Tages (etwa 4 Stunden) etwas Sonne abbekommt. Das kann ein Beet an einer Mauer sein, das Vormittags in der Sonne liegt und nachmittags dann im Schatten ist, oder ein Bereich unter einem Baum mit lichter Krone. Bei vollem Schatten liegt der Bereich den Ganzen Tag „im Dunkeln“ – hier kommt keine oder wirklich nur ganz kurz Sonne an.

Während der Halbschatten wirklich relativ entspannt zu bepflanzen ist – viele Stauden fühlen sich dort sehr wohl – ist es mit vollem Schatten etwas komplizierter, aber nicht unmöglich. Mir ist es immer wichtig, dass der Bereich nicht leer aussieht. Ich mag eigentlich keine Erde im Beet sehen und möglichst alles schön zugepflanzt haben. Außerdem sollte es natürlich auch blühen, am besten zu jeder Jahreszeit.

Pflanzen für trockenen Schatten im Vorgarten

Bepflanzung Schatten am Gehölzrand

Fangen wir mit dem Schatten an, der in den meisten Gärten zu finden ist: Rund um einen Baum oder Sträucher, mit Druck der Wurzeln, das heißt nicht viel Erde und meist trocken. Im besten Fall kommt hier aber trotzdem noch etwas Sonne an – was den Boden aber auch gleich noch trockener macht. Wie gestalte ich ein solches Beet? Grundsätzlich sollte man für bestmöglichen Boden sorgen (am besten Kompost aufschütten) und gerade im ersten Jahr der Pflanzung durchdringend wässern. Da kommt man nicht drumherum. Wenn das gesichtert ist, kann es mit der Bepflanzung losgehen.

Blatt- und Strukturstauden für den Schatten

Unverzichtbar sind für mich Hostas*. Die Blattstauden, die es in vielen verschiedenen Größen gibt, schmücken jedes Beet und bringen direkt eine gewisse Eleganz und Fülle rein. Dabei können die großen Stauden – sofern sie gut eingewachsen sind – sehr gut mit Trockenheit umgehen. Außerdem glänzen sie auch noch mit einer fantastischen Blüte.

Heuchera* oder auch Purpurglöckchen zählen zu meinen Lieblingen. Die sind völlig unkompliziert und gedeihen eigentlich fast überall. Mit ihnen bringt man Farbe und Struktur in den Schatten – je nach Sorte wird man auch noch mit einer sehr süßen Blüte belohnt.

Wer es robust mit großen fleischigen Blättern mag, der kommt an Bergenien* nicht vorbei. Ich pflanze die immer da, wo sonst nichts wächst. Am schönsten sind sie bei mir tatsächlich im vollen Schatten und wenn sie dann noch ein bisschen mehr Regen abbekommen, explodieren sie förmlich. Es gibt weiß und rosa blühende Sorten, kleine und große. Gemeinsam haben sie eine wundervolle Herbstfärbung, wenn sie halbschattig stehen und ein bisschen Sonne abbekommen.

Um mal ein paar kleinere Blätter ins Spiel zu bringen, werfe ich Geranium (Storchschnabel) in den Ring. Wenn gar nix geht, dann geht der Balkanstorchschnabel* oder der Cambridgestorchschnabel*. Beide wachsen meiner Meinung nach sogar auf Beton. Das tolle an den zwei Sorten: Beide sind wintergrün, blühen sehr schön, Bienen lieben sie und sie färben sich im Herbst in wunderschönen Tönen von gelb bis rot.

Wer ein Faible für Herbstfärbung hat wie ich, dem lege ich außerdem den Chinesischen Bleiwurz* ans Herz. Eine absolute Knallerherbstfärbung! Die Blätter werden orangerot – dazu kommen im Herbst kleine kobaltblaue Blüten, die mit der Blattfärbung einen tollen Kontrast bilden.

Ein weiterer Klassiker unter den Schattenstauden ist Epimedium – die Elfenblume*. Bei mir sitzt sie super trocken und bildet jedes Jahr einen breiten grünen Blattteppich. Die Blüte ist bei meiner Sorte eher unscheinbar.

Wenn ihr größere Flächen schön überdecken wollt, leg ich euch Günsel* ans Herz. Ich weiß, der Name ist völlig unsexy, aber den guten Günsel gibt es in verschiedenen Blattfarben und auch hier erscheint im Frühjahr eine bei Insekten sehr beliebte blau-leuchtende Blüte.

Blühstauden für den Schatten

Na endlich! 😉 Eigentlich gehören da ja schon die oben genannten Stauden dazu – die haben ja auch alle eine Blüte. Die ist zwar nicht bei allen wirklich opulent, aber macht trotzdem was her. Wie schon beschrieben gibt es eine große Anzahl von Geranium-Sorten, die sich im Schatten wohlfühlt und blüht und auch die Hostas besitzen eine Blüte. Eine weitere große Gruppe für den Schatten bilden die Astern – hier gibt es eine große Auswahl an Stauden, die auch im Schatten opulent blühen. Zu den Astern komme ich aber später.

Was bei mir im trockenen Schatten wirklich gut funktioniert sind Glockenblumen*. Die sind wirklich sehr anspruchslos und blühen sehr üppig trotz der widrigen Umstände. Glockenblumen gibt es in den verschiedensten Varianten – da ist wirklich fast für jeden Standort was dabei.

Über die Jahre habe ich auch immer wieder Sedum* im lichten Baumschatten ausprobiert und muss sagen, dass ich damit sehr gut fahre. Herbstfreude* und Matrona* wachsen trotz wenig Licht hier sehr gut und müssen vor allem nicht gegossen werden.

Größere Bereiche decke ich mit einer kriechenden Clematis ab, der Clematis x jouiniana „Praecox“, einer Teppich-Waldrebe. Die wächst wirklich sehr üppig und blüht in zartem Flieder.

Ich weiß, es klingt völlig absurd, aber ich habe tatsächlich auch Bartiris im trockenen Halbschatten getestet und was soll ich sagen, es funktioniert! Ich hab’s selbst nicht für möglich gehalten, aber ich habe hier im Frühjahr die schönsten Blüten und danach eine tolle Struktur dank der schwertigen Blätter. Allerdings habe ich hier historische Sorten wie z.B. die Loreley getestet. Die neuen Züchtungen tun sich etwas schwerer.

Eine weitere sehr blühfreudige und bei Bienen mega beliebte Staude ist der Kaukasusgamander, der bei mir sogar auf dem Wurzelballen des Kugelahorns wächst und üppig und vor allem lange blüht!

Eine sehr niedliche Staude, die es in einer im Frühjahr und im Herbst blühenden Version gibt, ist das Alpenveilchen*. Dem macht weder Trockenheit noch Schatten was aus und in größeren Mengen gepflanzt ergibt das wirklich ein sehr süßes Bild im Schatten.

Alpenveilchen im Schatten

Für mich ähnliche Kategorie was den Niedlichkeitsfaktor angeht: die Kissenprimel*. Primelchen allgemein gehen gut im Schatten, aber gerade die Kissenprimel blüht in sehr knalligen Farben im Frühjahr und ist so ein echter Farbklecks.

Ihr habt Platz und wollt eine richtige BAM-Staude? Dann ist die Herbstanemone* eine gute Wahl. Auch hier gibt es unzählige Sorten, aber wenn ihr einen guten Quadratmeter einfach zu haben und von einem Blütenmeer auf gut 1,50 Meter Höhe zehren wollt, dann ist die Herbstanemone Robustissima die Staude der Wahl. Aber Achtung, die bildet im Alter auch gerne mal Ausläufer.

Astern im Schatten

In den letzten Jahren sind mir Astern sehr ans Herz gewachsen. Im Artikel „Mit Astern den Sommer verlängern“ zeige ich euch einen Teil meiner Asternsammlung. Was viele nicht wissen: Es gibt viele Asternsorten, die super mit Schatten und Wurzeldruck zurechtkommen! Im Folgenden liste ich euch ein paar, die ihr ohne Probleme in den Schatten pflanzen könnt:

Also, ran an den Schatten! Da wächst und blüht nämlich mehr als man denkt!!!!

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