Kräuselkrankheit bei Pfirsich und Nektarine

Zwergnektarine

Die Kräuselkrankheit bei Pfirsich und Nektarine ist leider überhaupt keine Seltenheit und leider auch nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Hier findet ihr ein paar hilfreiche Tipps, wie ihr doch noch zu einer reichen Ernte kommt.

Was ist die Kräuselkrankheit?

Bei der Kräuselkrankheit handelt es sich nicht um einen Schädling sondern um einen Pilz namens Taphrina, der bereits im Winter aktiv ist. Sobald die Temperaturen steigen – über 10 Grad Celsius – zerfällt der Pilz, der sich auf den Zweigen im Winter angesiedelt hat. Mit dem ersten Regen wird er in die Knospen gespült und infiziert die jungen Blätter.

Kräuselkrankheit
Zwergnektarine nach dem Blattaustrieb mit Kräuselkrankheit – die Blätter wellen sich stark und verkleben regelrecht.

Die Krankheit beginnt mit dem Blattaustrieb im Frühjahr – die Blätter kräuseln sich und kriegen Knubbel, färben sich hellgrün bis rot und kleben. Im späten Stadium bildet sich ein weißer Flaum auf dem Blättern, sie trocknen ein und fallen ab. Das fängt an kleinen Stellen an und breitet sich dann über den ganzen Baum aus. Mit dem Ergebnis, dass es auch auf die Fruchtansätze übergreift und die ganze Ernte ruiniert. Im schlimmsten Fall stirbt der Baum ab.

Was hilft gegen die Kräuselkrankheit?

Der beste Tipp, bei dem ich aber immer die Augen verdrehe ist: Kauft resistente Sorten! Klasse, hilft ja nicht, wenn man bereits eine nicht resistente Sorte im Garten hat. Deshalb vergesst den Klugscheißer-Tipp ganz schnell 😉 Meine kleine 5-Euro-Baumarkt-Zwergnektarine ist jedenfalls nicht resistent und hat nun auch schon in einigen Jahren mit der Kräuselkrankheit gekämpft.

Kräuselkrankheit

Da der Pilz erst loslegt, wenn er im Frühjahr bei steigenden Temperaturen Wasser von Oben bekommt, hilft es, den Obstbaum geschützt zu pflanzen. Die Krone sollte licht geschnitten sein, damit die Äste und Blätter schnell trocknen können. Eine ausreichende organische Dünung hilft, den Baum zu stärken. Außerdem gibt es Pflanzen-Stärkungsmittel, die das Bäumchen robuster gegenüber Krankheiten machen – eine Liste mit Mitteln findet ihr am Ende des Artikels. Diese müssen allesamt schon vor dem Ausbrechen der Knospen angewandt werden.

Wer auf die Chemie-Keule nicht verzichten kann, nimmt ein Fungizid zur Hand und sprüht es am besten bereits im Januar noch vor dem Austrieb der Knospen auf dem Baum. So hart es auch klingt, das ist leider das einzige Mittel, das mit 100% Sicherheit wirkt. Wichtig ist hier aber wirklich die frühzeitige Anwendung. Wenn die Blätter sich erst mal kräuseln, hilft das Fungizid nicht mehr.

Entwicklung der Nektarine innerhalb weniger Wochen nach einem radikalen Rückschnitt

Was kann ich tun, wenn der Pilz ausgebrochen ist?

Fällen! 😉 Nein! Hopfen und Malz ist hier noch nicht verloren. Als erstes alle befallen Blätter ausbrechen. Wirklich radikal. Damit gehen leider meist auch die Fruchtstände über die Wupper, dafür wird der Baum aber gerettet. Den ganzen Baum per Schnitt ausdünnen – ich hab das letztes Jahr gemacht, und fast geheult, weil mein Zwergnektarinchen echt schlimm aussah… Der Baum treibt aber im Sommer komplett neu aus und meiner ist schon wieder so dicht, dass ich wieder schneiden muss.

Welche Sorten sind weniger anfällig?

  • Benedicte
  • Revita
  • Amsden
  • Weinbergpfirsich
  • Roter Ellerstädter
  • Früher Alexander
  • Nektarine Snowqueen
  • Nektarine Independence
  • Nektarine Flavourtop

Folgende Mittel stärken und bekämpfen

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