Rosen-Schnitt – Wann und wie schneidet man Rosen?

Üppige Blütenpracht - Rosen

Der Schnitt von Rosen erfolgt für die meisten Sorten im Frühjahr und sorgt dafür, dass die Rosen wüchsig und blühfreudig bleiben. Schneidet man sie über längere Zeiträume nicht, vergreisen viele Rosenarten. Wie das ganze funktioniert, versuche ich Dir hier kurz und einfach zu erklären.

Ich habe erst spät mit dem Schnitt von Rosen im Garten begonnen, weil ich mich einfach nicht getraut habe. Davor wuchsen sie einfach. Zu meinen Rosen zählen eine Edelrose, Kletterosen, Rambler und Strauchrosen. Wie schon erwähnt werden die meisten Rosen im Frühjahr – genauer gesagt zur Forsythienblüte – zurückgeschnitten. Das ist meist Mitte März, variiert aber von Region zu Region – je nach Klima. Ich starte oft schon früher, da es hier sehr mild ist und meine Rosen schon früh austreiben.

Schnitt an welchen Rosen?

Nicht alle Rosen haben einen Schnitt nötig. Zumindest nicht jedes Jahr. Während tote Teile immer entfernt werden sollten, ist ein starker Rückschnitt im Frühjahr an einmal blühenden Rosen fatal. Hier bleibt nämlich die Blüte aus. Ist mir an einem Rambler passiert. Wollte das gute Stück schon rausschmeißen, weil 4 Jahre lang keine Blüte kam, was daran lag, dass ich im Frühjahr immer brav zurückgeschnitten habe. Einmal den Schnitt gelassen und ich wurde mit einer traumhaften Blüte belohnt!

Daher, einmalblühende Rosen nur nach ein 5-6 Jahren verjüngen, indem man einzelne Triebe kürzt, die dann neu austreiben können. Bei allen Schnitten aufpassen, dass die Veredlungsstelle nicht verletzt wird. Das ist der dicke holzige Knubbel ganz unten.

Schnitt von Edelrosen

Eine Rose, die ich immer schneide, ist meine Edelrose an der Terrasse. Grundsätzlich schneide ich alle abgestorbenen Äste raus – davon gibt es aber tatsächlich meistens gar keine, da ich ja regelmäßig schneide. Ich achte darauf, dass sich keine Äste kreuzen und dass die Äste luftig stehen – zu dichter Wuchs verhindert ein schnelles Abtrocknen nach Regen und fördert so Krankheiten wie Mehltau. Außerdem möchte ich, dass sie immer die gleiche Höhe hat. Also schneide ich sie so tief, dass ihr Austrieb jedes Jahr die gleiche Höhe erreicht. Bei mir ist das so, dass die Blüten in Blickhöhe sind. Last but noch least entferne ich noch alle alten Blätter vom Vorjahr, um Krankheiten vorzubeugen.

Wie genau wird geschnitten?

Hier gibt es ganz klare Regeln: knapp 5 Millimeter über einem Auge/Austrieb. Leicht angeschrägter Schnitt und darauf achten, dass der Austrieb nach außen zeigt. Wie das genau funktioniert, zeige ich Dir in den folgenden Bildern.

Merke: Je mehr Du schneidest, desto kräftiger der Austrieb. Ich schneide circa auf knapp über Kniehöhe.

Ausnahme: Meine Edelrose hatte irgendwann keine guten Jahre mehr. Untenrum vergreist, oft krank und wenig Blüten, da habe ich mich zu einem Radikalschnitt entschieden. Ich hab irgendwo gelesen, dass ein „auf Stock setzen“, also der Schnitt knapp oberhalb der Veredlung (auch hier bitte aufpassen…), einen kräftigen gesunden Neuaustrieb bewirkt. Es tat mir im Herz weh, aber ich hab’s gemacht. Zack, alles weg… Es hat 4 Wochen gedauert, bis sich die ersten neuen Triebe zeigten. Bis dahin war ich kurz vorm Nervenzusammenbruch und hab das ein oder andere Tränchen vergossen. Aber sie kam wieder. Schöner und kräftiger denn je!

Rose nach dem Radikal-Schnitt

Schnitt von Strauch-Rosen

Strauch-Rosen sollte man etwa um ein Drittel einkürzen. Allerdings gerade im ersten und eventuell auch noch zweiten Jahr nach der Pflanzung kann man auch etwas tiefer schneiden (ca. 30 cm über dem Boden), damit sich die Rose besser verzweigt und etwas buschiger wächst. Auch hier möglichst über Trieben/Augen schneiden, die nach außen zeigen.

Nützliche Werkzeuge zum Schnitt von Rosen

  • Der Mercedes unter den Rosenscheren, die Felco 100
  • Die etwas günstigere Alternative von Fiskars
  • Für dickere Äste empfehle ich diese Wolf-Garten Astschere
  • Und damit man nicht aussieht, als hätte man mit einer Katze gekämpft, machen Handschuhe definitiv Sinn!

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