Warum ich meine Tulpenzwiebeln ausgrabe

Tulpe Queen of Night

Ihr findet die verblühten Tulpen im Beet auch eher unschön oder seid mit der Farbzusammenstellung nicht zufrieden? Dann buddelt sie doch einfach aus und lagert die Tulpenzwiebeln ein bis zum Herbst. Ich hatte auf Instagram knapp davon berichtet, wie ich das mit den Tulpen handhabe – beziehungsweise es dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert habe. Leider zu knapp, denn es gab viele Fragen dazu. Ich hoffe, in diesem Artikel findet ihr nun alle Antworten.

Allgemeines über Tulpen

Tulpen werden im Herbst – ab September – gepflanzt beziehungsweise die Zwiebeln in den Boden gesteckt. Im Frühjahr (März bis Mai) erfolgt die Blüte. Die Zwiebeln müssen Frost ausgesetzt sein, um tatsächlich zu blühen. Das stößt den Wachstumsprozess an. Da die ganze Kraft der Blume in der Zwiebel steckt, gibt es nach der Blüte folgendes zu beachten:

  • Ist die Tulpe verblüht, sollte direkt der Blütenkopf abgeknickt oder abgeschnitten werden, da die Tulpe sonst mit der Samenbildung beginnt und alle Energie aus der Tulpenzwiebel gezogen wird. Da soll sie aber ja wieder rein.
  • Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, ihr lasst die Tulpen im Beet, bis die Blätter komplett vertrocknet sind – dann hat die Zwiebel alle Energie aus dem Blattwerk eingezogen und ist ready für das nächste Jahr. Die Tulpenzwiebel kann einfach an Ort und Stelle im Boden bleiben und treibt im Frühjahr wieder aus oder ihr grabt sie aus und lagert sie an einem trockenen dunklen Ort.
  • Wen die verblühten Tulpen-Reste im Beet aber stören, kann die Tulpen direkt nach der Blüte mit der Zwiebel ausgraben und an versteckter Stelle wieder eingraben. Ist das Blattwerk eingezogen, können die Tulpenzwiebeln wieder ausgegraben und eingelagert werden.
  • Alternative, wenn der Platz im Garten fehlt, kann man die Tulpen in Pflanzgefäßen zwischenlagern – so habe ich es gemacht. Da bleiben sie bis zum Herbst.
Tulpen

Wenn die Tulpen aus dem Beet sollen

Tulpen kommen und gehen. Manche kommen im nächsten Jahr wieder, andere nicht. Irgendwie weiß man auch nie so genau, was man bekommt, wenn man Tulpenzwiebeln in den Boden steckt. Mir ging das so dieses Jahr. Ich wollte eine Kombination aus der Queen of Night (fast schwarzes Lila), einer burgunderfarbenen Tulpe und weißen Narzissen (Thalia). Das ging leider in die Hose. Die burgunderroten Tulpen waren zu früh, zu klein und so überhaupt nicht burgunder sonder mehr Tomate. Das sah so nicht schön aus, beziehungsweise ergab es nicht das Bild, was ich gerne gehabt hätte.

Tulpenzwiebeln ausgraben
Die roten Tulpen gehen in dem Beet vollkommen unter und waren verblüht, bevor die Queen of Night überhaupt so richtig da war.

Was tun? Da ich in Gruppen von ca. 10 Tulpenzwiebeln gepflanzt hatte, war es schwer, nur die Roten auszugraben. Also entschloss ich mich, alle rauszuholen. Nach Rücksprache mit meiner Freundin Christine (https://www.instagram.com/die_waldgaertnerin/), die sich super auskennt, wusste ich auch, was ich mit den ausgegrabenen Tulpen anstelle.

Tulpenzwiebeln lagern

Mit einer Grabgabel grub ich also Stück für Stück die verblühten Tulpen zwischen den Stauden vorsichtig aus. Das ist gar nicht so einfach, da die Blütenstiele schnell von den Tulpenzwiebeln abbrechen. Das sollte nach Möglichkeit nicht passieren, da die Zwiebeln hier ja ihre Energie herbekommen. Als alle draußen waren, konnte ich relativ einfach die zwei verschiedenen Sorten identifizieren, da der Größenunterschied immens war. Nun entfernte ich alle Tochterzwiebeln – das sind die kleinen, die sich überall um die Hauptzwiebeln bilden. Man kann die mit viel Geduld auch zum Vermehren nutzen und einpflanzen – aber die Geduld hab ich einfach nicht. Außerdem kappte ich das restliche Grün bis auf die zwei letzten großen Blätter.

In zwei Pflanzgefäße – bei mir sind das einfache Plastik-Behälter, die ich noch im Schuppen hatte (nicht schön, aber zweckmäßig) – kommt unten ein wenig Erde mit ein bisschen organischem Dünger. Darauf stellte ich dann die von mir vorbereiteten Tulpen-Reste. Zum Schluss noch ein bisschen Erde drauf und ab in den dunklen Schuppen. Die Tulpen sollten trocken und nicht sonnig stehen. Trocken deshalb, damit die Zwiebeln nicht anfangen zu faulen. Nun werden die Tulpenzwiebeln den restlichen Saft aus dem Laub ziehen und im Herbst genug Energie für die Neupflanzung – diesmal in einer anderen Kombination – haben.

Warum verschwinden Tulpen oder haben nur Blätter?

Kennt ihr das auch? Ihr habt Unmengen von Tulpenzwiebeln im Beet und über die Jahre werden sie immer weniger? Ich finde das so nervig. Da hat man die perfekte Mischung gefunden und im nächsten Jahr ist nur noch die Hälfte da. Das kann mehrere Gründe haben. Zum Einen lieben Wühlmäuse Tulpenzwiebeln und futtern die gern weg, zum Anderen ist das ein Manko mancher Tulpensorte. Die haben tatsächlich teilweise nur eine Lebensdauert von 1-2 Jahren. Das musste auch ich schmerzhaft lernen und setze deshalb jetzt auf robuste langlebige Sorten wie die Lilienblütige Tulpen, Viridiflora-Tulpen und Darwin-Tulpen.

Tulpenzwiebeln ausgraben
Tulpe Queen of Night in Kombination mit Thalia Narzisse

Wenn nur Blätter und keine Blüten kommen, kann das mehrere Gründe haben:

  • Ihr hab die Blütenköpfe im Vorjahr nicht gekappt und es konnten sich Samen bilden – somit ist die Energie aus der Zwiebel raus und es fehlt die Kraft, eine neue Blüte zu bilden.
  • Die verblühte Tulpe wurde direkt nach dem Verblühen komplett abgeschnitten, der Tulpenzwiebeln fehlt die Energie aus dem Blattwerk und somit die Kraft für eine erneute Blütenbildung.
  • Fehlende Düngung – ja, auch Tulpen brauchen Futter und freuen sich über eine Ladung organischen Dünger, sobald sie aus dem Boden gucken.
  • Die Tulpe hat ihre Energie in zu viele Tochterzwiebeln gesteckt und die Hauptzwiebel vernachlässigt – auch dann kommt viel Laub, aber keine Blüte.

Ich hoffe, ich konnte damit alle Unklarheiten beseitigen – wenn nicht, fragt gerne. Ich nehme Eure Fragen auch gerne in den Artikel auf.

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