Rasenkante leicht gemacht

Rasenkante mit Natursteinquadern

Die Rasenkante ist so ein leidiges Thema und teilweise ein echtes Trauma für mich. Als wir damals den Garten umgestaltet haben, wurden die ersten größeren Maßnahmen von einer Gartenbaufirma übernommen. Männer… Die haben jedenfalls für die Ewigkeit gebaut, sprich, die Rasenkante wurde kerzengerade fett einbetoniert. Und mit fett meine ich so richtig ordentlich. Die kriegt man nur noch mit einem Bagger raus.

Wie meine Rasenkante entstand

Ich war direkt skeptisch, aber – damals ohne Plan und Ahnung – ließ ich sie machen. Jahre später dann das Dilemma: Das Beet entlang des Zauns war viel zu schmal, es ließ sich kaum bepflanzen. Und nun war sie da, die fett einbetonierte kerzengerade Rasenkante… Was tun? Als erstes hab ich mir einen Plan gemacht, wo die neue Kante zum Rasen verlaufen soll. Mit einem Seil – zur Not tut es auch ein Gartenschlauch – legte ich mir den neuen Verlauf auf den Boden. Dann begann ich mit einem Rasenkantenstecher – damit geht es echt am allerbesten, Spaten taugt da gar nichts – die neue Linie abzustechen.

Das ist erst mal die einfache Aufgabe und geht relativ flott, wenn der Boden nicht zu fest ist. Der harte Teil ist es, die Grasnarbe zu entfernen. Wenn der Boden teilweise so verfestigt ist, wie bei mir, hilft da nur am Vorabend wässern – dann kommt man am nächsten Morgen jedenfalls halbwegs durch. Im nächsten Schritt kommt der Rasen runter. Man kann die Grasnarben entweder mit dem Gras nach unten wieder aus das Beet legen – das verwittert dann mit der Zeit – oder in den Kompost geben und den Bereich mit neuer Erde auffüllen. Ich habe letzteres getan und im Zuge dessen die alte betonierte Rasenkante einfach mit Erde aufgefüllt. Klar, ich kann da keinen halben Meter Erde aufschütten, aber optisch war sie so zumindest schon mal weg.

Rasenkante - aus gerade mach rund
Alte Rasenkante links und die erste Version der neuen.

Nun gibt es viele Möglichkeiten, eine Rasenkante anzulegen. Meine präferierte: Einfache Pflastersteine aus Naturstein. Ich habe kleine Quader gewählt. Ich mag’s aber auch natürlich und nicht kerzengerade. Nun hebt man ein bisschen Erde aus, so dass die Steine gerade mit der Oberkante an der Wurzelkante des Rasens abschließen. Das hat den Vorteil, dass man beim Mähen mit dem Rasenmäher über die Rasenkante fahren kann und so einen glatten Schnitt bekommt. Die einzelnen Steine schön mit einem Gummihammer festklopfen, Erde beischieben und das war’s auch schon. Am Anfang sitzen die Steine noch nicht ganz fest, aber das gibt sich mit der Zeit.

Da nicht alle Geschmäcker gleich sind – jedem das seine – liste ich euch hier ein paar verschiedene Möglichkeiten zur Beetbegrenzung auf. Es gibt gewiss noch viele mehr, daher hier nur ein paar gängige Varianten, die noch dazu alle einfach zu verlegen sind.

Pflastersteine oder Backsteine

Einfache Pflastersteine (im Baumarkt) oder Backsteine (bekommt man oft günstig über Ebay-Kleinanzeigen) in ein Sandbett oder einfach direkt in die Erde oder ein Sandbett gesetzt und dann mit Erde eingeschlämmt. So hab ich’s gemacht.
Vorteil: Lässt sich super schnell auch wieder rausnehmen und neu arrangieren, sieht natürlich aus.
Nachteil: Die Kante ist natürlich nicht “dicht” – da wächst schon ganz gerne mal Rasen an der ein oder anderen Stelle durch und man muss regelmäßig nachstechen.

Rasenkante aus Metall oder Kunststoff

Metallkanten* gibt es in verschiedenen Maßen und sie lassen sich sehr einfach verlegen und Beete bekommen damit einen tollen Schwung. Wie die Kunststoffkanten* auch verschwinden optisch fast komplett im Beet.
Vorteil: Hier wächst garantiert kein Rasen durch, man hat einen sauberen Abschluss zwischen Beet und Rasen. Außerdem lassen sich damit super Rundungen gestalten!
Nachteil: Der Abschluss ist ganz fein – daher wachsen da gerne die Stauden drüber und es gibt Probleme beim Rasenmähen, wenn man zu dicht an die Kante gepflanzt hat.

Rasenkantensteine aus Beton oder Granit

Die Rasenkantensteine* sind flach und man kann sie recht einfach als Kante einarbeiten. Rundungen lassen sich durch die abgerundeten Enden leicht legen – Geraden dagegen und spitze Ecken sind problematisch.
Vorteil: Schnell verlegt und sehr flexibel einsetzbar. Gibt einen sauberen Abschluss, der sich gut mähen lässt.
Nachteil: Da sie sehr flach sind, liegen sie nur auf und sind nicht richtig fest im Boden. Das mag am Anfang noch passen, aber mit der Zeit heben und senken sich einzelne Steine und die Optik leidet.

Rasenbord

Ist euer Garten eher gradlinig ohne Rundungen, dann bietet sich definitiv ein solches Rasenbord* an. Das sind lange Steine mit denen man ganz schnell eine gerade Kante schaffen kann. In dem Naturstein sieht das dann auch noch richtig schick aus.
Vorteil: Schnell sind gerade Kanten verlegt – der Naturstein verleiht eine schicke Optik. Durch die langen Steine wächst auch nur an den Kanten mal was durch.
Nachteil: Es gehen damit natürlich nur geraden und keine Rundungen, die Steine sind bei der Größe recht schwer.

Englische Rasenkante

Hier wird der Rasen zum Beet einfach abgestochen und das Beet überhaupt nicht eingefasst. Es gibt also einen fließenden Übergang von Rasen zu Beet.
Vorteil: Kostet nichts nur Zeit und Arbeit, sieht sehr natürlich aus.
Nachteil: Ist sehr arbeitsintensiv, da natürlich immer wieder nachgestochen werden muss, damit der Rasen nicht ins Beet wächst und die Kante sauber aussieht.

Rasenkante regelmäßig nachstechen

Wer eine saubere Kante haben möchte, kommt auch mit Begrenzung nicht drum herum, regelmäßig nachzustechen. Gerade bei den lose verlegten Pflastersteinen sollte man drauf achten, dass der Rasen nicht in die Fugen wächst, denn dann ist der Weg ins Beet auch nicht mehr weit. Daher steche ich immer mal wieder (ich bin faul, also maximal 1x im Jahr) die Rasenkanten nach. Bisher bin ich mit der nicht betonierten Version sehr glücklich. Vor allem, weil ich immer noch am Ausprobieren und Umgestalten bin.

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