Tomaten einfach selbst ziehen

Tomaten auf der Terrasse

Tomaten sind so ein Thema, in das auch ich mich erst reinfuchsen musste. Meine ersten Pflanzen im Garten waren gekaufte aus dem Gartencenter. Ab ins Beet ohne groß über den Standort nachzudenken. Das geht eine zeitlang gut, gibt es aber viel Regen, hat es sich schnell mit der Freude an roten Tomaten. Der Feind heißt Braunfäule und kann einem die ganze Ernte verhageln.

Welche Tomaten-Samen?

Deshalb ganz von vorne… Im Jahr drauf hatte ich mich dann schon ein bisschen in die Materie eingelesen und hab selbst ausgesät. Bei den Samen achte ich nun darauf, dass es sich um Bio-Saatgut handelt, sogenanntes samenfestes Saatgut. Das hat den Vorteil, dass ich mir die Samen für das nächste Jahr ganz einfach mit der Pflanze selbst ziehe. Die mit den Tomaten gewonnenen Samen lassen sich wieder aussäen und die neue Pflanze hat exakt die gleichen Eigenschaften, wie die alte. Das hat auch noch den Vorteil, dass alte Sorten unverändert erhalten bleiben.

Strauchtomate
Buschtomaten werden nicht so riesig wie normale Tomatensorten und eignen sich deshalb perfekt für Kübel oder Hochbeet. Die Sorten-Marker habe ich aus alten Ästen selbst gemacht (einfach abgeschnitten und mit Edding beschriftet.).

Strauchtomate

In den Märkten wird hauptsächlich F1-Saatgut verkauft. Dieses wird durch eine Kreuzung verschiedener Sorten erzielt und ergibt eine widerstandsfähige ertragreiche Pflanze. Die Pflanzen vererben ihre Eigenschaften aber nicht. Sprich, wenn ihr die Samen dieser Pflanzen im nächsten Jahr aussät, werden die Eigenschaften nicht weitergegeben und das Resultat kann komplett von der Vorjahrespflanze abweichen. Somit muss jedes Jahr neues Saatgut gekauft werden. Ein Kniff der Industrie den Saatgutverkauf anzukurbeln.

Wann säe ich aus?

Während man im April die fertigen Pflänzchen bereits im Gartencenter kaufen kann, muss man mit der Aussaat natürlich ein bisschen früher beginnen. Anfang/Mitte März ist immer mein Termin für die Aussaat, dann haben die Tomatenpflanzen Mitte Mai (nach den Eisheiligen) die perfekte Größe zum Pflanzen im Freien. Ich säe zuerst in kleine Anzuchtwannen gefüllt mit nährstoffarmer Anzuchterde aus, die abgedeckt an einem hellen warmen Ort stehen – vorzugsweise eine nach Süden gerichtete Fensterbank. Die Keimung erfolgt so ganz schnell.

Sobald neben den Keimblättern die ersten richtigen Blätter gebildet sind, werden die Tomatenpflänzchen pikiert (vereinzelt) und in größere Töpfe umgesetzt (bis zu den Keimblättern einpflanzen!). Die Töpfe fülle ich nun mit normaler Gemüseerde, da die Pflanzen jetzt mehr Nährstoffe brauchen, um zu wachsen. Auf der Fensterbank oder, wer eins hat, im Gewächshaus (ich habe mir dieses Jahr diesen tollen Schrank von Tchibo* zugelegt und bin damit mehr als zufrieden!) sind die Tomatenpflanzen jetzt gut aufgehoben. Im April fange ich an warmen Tagen an, sie an die „frische Luft“ zu gewöhnen und stelle sie immer wieder tagsüber ins Freie.

Pikierte Tomantenpflanze

Gewächshaus von Tchibo

Umzug der Tomaten ins Freie

Hier habe ich viele Standorte ausprobiert obwohl mein Platz beschränkt ist. Zuerst hatte ich sie im bodengleichen Beet im Freiland – das ging total in die Hose (Ich sag nur Sohn mit Bobby Car – das ist mit Tomaten keine gute Kombie). Dann habe ich das Hochbeet gebaut und dort eingepflanzt, aber auch hier nicht drauf geachtet, dass Tomaten keinen Regen bzw. Wasser von Oben mögen. Das Hochbeet steht zu einem kleinen Teil überdacht. Alle Tomaten, die ich unterm Dach gepflanz hatte, wuchsen super und der Ertrag war spitze. Falls euch doch die Braunfäule ärgert, alle befallenen Blätter abschneiden und im Hausmüll entsorgen – nicht Kompost! Manchmal lässt sich so der Befall noch stoppen.

Im letzten Jahr bin ich dann dazu übergegangen, die Tomaten in Töpfe zu pflanzen und diese komplett unters Dach zu stellen. Bingo, damit lief es dann auf einmal wie am Schnürchen. Dieses Jahr habe ich mir dafür Pflanztaschen (diese hier von Garden-Mate*) gekauft, da mir die Terrakotte-Töpfe einfach  zu schwer und für fünf Tomaten dann auch zu teuer sind. Ich beschränke mich auf 30 Liter – das ist das Minimum für Tomaten und muss reichen. Für mehr ist kein Platz. Die Erde sollte sehr Nährstoffreich sein – deshalb bitte auch nie Tomaten an den gleichen Ort im Beet – also in die gleiche Erde – wie im Vorjahr setzen! Es gibt spezielle Tomatenerde – ich verwende aber grundsätzlich immer ganz normale Bio-Gemüseerde.

Ein weiteres heikles Thema beim mir waren die Rankhilfen. Ich komme einfach nicht mit diesen gedrehten Tomatenstangen klar. Damit kippt mir irgendwann immer die komplette Pflanze um. Kann mir mal jemand erklären, wie die Dinger stehen bleiben??? Ich bin dazu übergegangen die Tomaten an Pyramiden- bzw. Obelisk-förmigen Rankhilfen zu befestigen. Damit haben sie einfach einen besseren Stand und kippen nicht gleich beim kleinsten Windchen. Und da bin ich echt geizig. Die Dinger können ja sowas von teuer werden… Ich hab die billigste genommen, die der Baumarkt hergab (sowas in etwa, reicht völlig aus!*)

Standort und Pflege

Meine Tomaten stehen and er Südwestseite unseres Hauses sehr geschützt an der Wand und bekommen hier den ganzen Tag Sonne ab. Selbst die Freilandsorten habe ich unterm Dach stehen – die können ja eigentlich ins normale Beet, aber da ich den Platz da hinten habe, fügen sie sich schön in meine Tomatenreihe ein.

Tomaten im Pflanzsack

Wichtig ist es, die Tomaten regelmäßig auszugeizen – sprich kleine Seitentriebe auszubrechen, damit sie nicht zu einem Pflanzenmonster wuchern und nur noch aus Blättern und kaum noch aus Früchten bestehen. Ich hab das früher immer nicht so ernst genommen und mich später dann über meine riesigen Tomatenpflanzen geärgert, die mir alles zugewuchert haben. Unfassbar, wie groß eine solche Pflanze werden kann. Deshalb gewissenhaft und regelmäßig die Seitentriebe ausbrechen!!!

Tomaten ausgeizen

Düngung der Tomaten

Außerdem ist eine regelmäßige Dünung wichtig – vor allem bei der Pflanzung im Topf! Man kann sich Brennnessel- oder Beinwell-Jauche ansetzen. Wem das zu viel Arbeit ist, setzt auf einen organischen kaliumreichen Dünger.

Nachdem ich jahrelang für jedes Pflänzchen einen eigenen Dünger hatte, bin ich dieses Jahr auf den Universaldünger von „Blattwerk Pure“ umgestiegen – den könnt ihr unter diesem Link bei Amazon kaufen*- wer mehr über den Dünger erfahren will, ich schreibe gerade einen Artikel dazu – sehr interessante Geschichte! Der Dünger ist kaliumreich und deshalb bestens für Tomaten geeignet. Einmal die Woche düngen reicht aus. Gießen bitte immer nur auf den Wurzelballen – nie auf die Blätter. So steht einer reichen Tomatenernte nichts mehr im Wege.

Tomatenblüte Buschtomate im Kübel

Izabella von „Haus und Beet“ hat eine Blogparade zum Thema „Gemüse selbst züchten“ gestartet. Falls ihr auch teilnehmen wollt, folgt diesem Link: https://haus-und-beet.de/blogparade-gemuese-selber-zuechten/

*bei diesen Links handelt es sich um Affiliatelinks bzw. Partnerprogramme

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Related Post

You may also like

4 comments

  1. Liebe Sonja,
    Vielen Dank für die Verlinkung! Ich gieße mittlerweile die Tomatenpflanze, indem ich eine 1/2 Liter Wasserflasche mit durchlöchertem Deckel in den Topf stelle. Langsam tropft das Wasser so zu den Wurzeln. Einmal die Woche nehme ich dafür Wasser mit einem Schuss Bokashi-Saft. Der ist auch ein super Dünger 🙂
    Viele Grüße, Izabella

    1. Liebe Izabella,

      ich komme gerade zu rein gar nichts 😉 Bokashi-Saft ist super – würde ich gerne auch mal ausprobieren. Die ganze EM-Geschichte finde ich super interessant.

      Viele Grüße,

      Sonja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.